Wasser gezielt einsetzen

Es bringt nicht viel, öfters mal kurz die Gießkanne zu schwenken, deshalb gießen Sie lieber seltener und dafür gründlich, damit das Wasser nach unten sickert und die Wurzeln in die Tiefe wachsen. 10 – 30 Liter pro Quadratmeter sollten es schon sein. Stechen Sie ruhig mal einen Spaten in die Erde und drücken ihn leicht auseinander. Dann sehen Sie am besten, wie tief das Wasser in den Boden eindringen konnte.

Frühaufstehen lohnt sich

Je eher am Tage Sie im Sommer gießen, umso besser für Rasen, Beete und Pflanzen. Denn früh morgens gelangt das Wasser gut durch den Boden und kann von den Wurzeln schnell aufgesogen werden. Gießen Sie aber auf keinen Fall mittags, weil bei Hitze der größte Teil der Flüssigkeit verdunstet, bevor er ins Erdreich einsickern kann. Außerdem können Tropfen auf den Blättern wie ein Brennglas wirken. Auch abends ist nicht so ideal, da die Blätter nachts nass bleiben, was Pilzerkrankungen begünstigt. Auch Schnecken werden so eher angezogen.

Wie viel Wasser brauchen Pflanzen?

Unterschiedlich viel, ist die Antwort. An sonnigen Standorten müssen Sie natürlich mehr wässern als in schattigen Regionen Ihres Gartens. Auch sind einige Pflanzen besonders durstig, die Fuchsie beispielweise. Generell kann man aber sagen, dass die zu gießende Wassermenge mit der Größe der Blätter steigt. Keimlinge und frisch Gepflanztes benötigen eine Zeitlang jeden Tag Wasser.

Übrigens: Wässern Sie erst, kurz bevor Ihre Pflanzen die Blätter hängen lassen. So „zwingen“ Sie diese, lange Wurzeln zu bilden, um sich die Flüssigkeit auch tiefer aus der Erde zu holen. Dadurch werden die Pflanzen robuster.

Auch beim Rasen geht man so vor: Bei Trockenheit wird die Fläche am besten ein- bis zweimal pro Woche wurzeltief durchfeuchtet. Wir empfehlen rund 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter Rasen. Unter Bäumen brauchen die Gräser aber häufiger Wasser, da die Bäume sich auch daran bedienen.

Wie durstig ist Ihr Rasen?

Auch bei Ihrem Rasen verfahren Sie ähnlich. Es reicht, ihn ein- bis zweimal pro Woche zu bewässern. Dann aber üppiger, sprich das Wasser sollte schon 15 cm tief einsickern. Da Sie schlecht Ihren Rasen umgraben können, um nachzumessen, reichen für lockere Sandböden alle drei Tage bis zu 15 Liter/m². Bei eher festen, lehmigen Böden müssen Sie den Wasserhahn länger aufdrehen, bis zu 20 Liter/m² sind hier angebracht.

Sie können die Bewässerungsarbeit natürlich auch delegieren – an mechanische und automatisierte Systeme.

Schwenk- und Kreisregner

Um regelmäßig große Flächen zu bewässern, sind Schwenkregner ideal. Einfach den Wasserschlauch daran anschließen, Wasserhahn aufdrehen und schon wird das kühle Nass gleichmäßig auf die Fläche verteilt. Das Gleiche funktioniert natürlich auch mit Kreisregnern, die sich meist für den Rasen anbieten. Sie benetzen im Vollkreis, lassen sich aber ja nach Modell und Einstellung auch nur für Kreissegmente einsetzen. Übrigens: Wenn Ihr Gartenschlauch zu kurz oder Ihr Garten zu lang ist, dann nutzen Sie doch einen WOLF-Garten Schlauchwagen. Schon haben Sie viele Meter mehr zur Verfügung.



Moderne Zeiten im Garten

Computergesteuerte Bewässerungsanlagen halten auch im privaten Garten Einzug. Kein Wunder, lassen sie sich doch im Vorwege programmieren und arbeiten dann ganz wie von selbst. So ein vollautomatisiertes System ist zwar äußerst bequem und zuverlässig – der Komfort kostet aber keine Kleinigkeit. Ob sich die Investition wirklich lohnt, ist Ihre Entscheidung.

Die Gießkanne bleibt aktuell

Das älteste Bewässerungssystem hat immer noch seine Berechtigung. Mit der Gießkanne in der Hand entscheiden Sie selbst, welche Stellen Ihres Gartens Sie mit wie viel Wasser benetzen. Sie können mit Tülle eher wenig Wasser gleichmäßig und sanft auf kleine und zarte Pflanzen lenken. Oder Sie nehmen die Tülle ab und gießen mit einem harten Strahl und reichlich Flüssigkeit auf einmal.

Die Gießkanne hat aber noch einen weiteren Vorteil – und das sogar gegenüber Bewässerungssystemen: Bei Stauden und Gemüsepflanzen können Sie gezielt nur die Erde benetzen und so vermeiden, dass Wasser auf die Blätter gelangt und sich dort Tropfen bilden.